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I always knew it was there but never guessed where, Teil 2 Mixedmedia Installation. 2008. sic! Raum für Kunst. Luzern. Switzerland.

Installationsansichten (Bilder: Andreas Hagenbach)

Besonders einladend wirkt das anthrazit gestrichene, kubusartige Holzvolumen nicht. Der Eingang ist schmal und das ans Tageslicht gewöhnte Auge sieht beim Eintreten kaum mehr als nur Dunkelheit. Doch nach den ersten beiden Schritten wird eine Lichtquelle sichtbar, ein Flatscreen, auf dem eine weite, schneebedeckte Steppenlandschaft zu sehen ist. Der Kontrast zu der von Dunkelheit umgebenen Situation des Betrachters könnte kaum stärker sein. Das anfängliche Unbehagen ist wie weggeblasen, gern lässt man sich auf die träumerischen Bilder der fremden, kasachischen Steppe ein. Die durch den harten Schnee stapfenden Schritte des Protagonisten werden ab und zu von einem melancholischen Volkslied übertönt. Immer häufiger wendet sich das Kameraauge von dem in der Ferne sichtbaren Gebäude ab und richtet sich schwindelnd, ja fast stürzend auf seine direkte Umgebung. Erst jetzt wird man gewahr, dass das Gebäude, dem der Protagonist schon seit einer gefühlten Unendlichkeit entgegen läuft, in Wirklichkeit nie näher kommt. Handelt es sich bei dem Haus womöglich um eine Fata Morgana? Ist die Musik vielleicht nichts anderes als die Einbildung eines sich bereits im Delirium befindenden Sterbenden, der sich in der Wüste verirrt hat?! Ganz unerwartet wird aus der sehnsuchtsvollen, weiten Traumlandschaft eine von gleissendem Licht durchströmte, gefährliche Wüste. Und genauso plötzlich wird aus dem beengenden Raum ein sicherer Ort, das Ziel, welchem der Protagonist so verzweifelt entgegen stapft.

Die Konzeption der Arbeit als Verbindung von Gegensätzlichem zu einer untrennbaren Einheit, entspricht ihr auch inhaltlich. Genauso wie das feste, unbewegliche, skultpurale Element ohne die flüchtige, bewegte Bildspur kein Ganzes bilden würde, kann Weite, Helligkeit und Freiheit nicht ohne Kontrast zur Enge, Dunkelheit und Eingeschlossenheit richtig wahrgenommen und interpretiert werden. Kein Alpha ohne Omega, kein Yin ohne Yang, kein Glück ohne Unglück. Und trotzdem: wie etwas dann tatsächlich wahrgenommen wird, liegt stets im Auge des Betrachters. Florine Leonis Mixedmedia Installation «I always knew it was there but never guessed where» ist eine starke, facettenreiche Arbeit, die unter die Haut geht.

Irène Buffat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Videostills

 

MIT UNTERSTÜTZUNG VON: Ressort Kultur Basel-Stadt. Kulturelles BL. videocompany. Tabea und Rishi Arora. Kronospan Schweiz AG.

MEDIA: Video DVD Farbe loop, 12:11‘. sound AIFF loop 12:11‘ stereo. Volumen: 8mm MDF Platten. Farbe Kunstharzemail anthrazit. Masse: B 230 x H 195 x L 720. Volumen liegt mit einem Auflagewinkel von 5° im Raum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschnitt aus Video (4min/13.9MB)